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Mediendidaktik ist ein Motor für Innovationen: Projekte zum Lernen mit digitalen Medien haben der Bildungspraxis wichtige Impulse für ein anderes Lernen jenseits traditioneller Formate gegeben. In der Bildungsforschung hat Mediendidaktik wichtige Beiträge zum Verständnis des Lernens, weit über die Medienthematik hinaus, geleistet. Viele Diskussionen über neue Lernformen und -theorien sind mit Erkenntnissen aus Forschungsarbeiten zum mediengestützten Lernen verknüpft, die neue Perspektiven aufgewiesen haben.

Mit ihrem Ziel, Technik für Lerninnovationen und die Lösung von Bildungsproblemen zu erschließen, ist die Mediendidaktik nicht unumstritten: Mal wird moniert, die Mediendidaktik reflektiere die Implikationen von Technik nicht genügend; ein anderes Mal wird kritisiert, dass sie sich nicht hinreichend auf Technik einließe. Oft muss sie vermitteln zwischen einer unkritischen Euphorie und einer pauschalen Ablehnung von Technik. Zielführend erscheint der reflektierte Umgang mit diesen Positionen, freilich im Rahmen eines aktiven Erprobens der Möglichkeiten und Gefahren im Feld.

Das Lernen mit Medien hat eine rasante Entwicklung hinter sich und vermutlich auch vor sich. Immer selbstverständlicher gehen wir mit digitalen Medien im Alltag um. Zunehmend werden sie auch für Lernzwecke genutzt. Die Perspektive auf das Thema Lernen mit Medien hat sich dabei in den letzten Jahrzehnten verändert: Die Möglichkeiten digitaler Medien werden bei der Planung von Lernangeboten zunehmend mitgedacht. Statt einem einfachen „Pro oder Contra“ von digitalen Medien geht es um die Schaffung von lernförderlichen Lernumwelten – mit all den Optionen, die die Medien für die Bildungsarbeit und das informelle Lernen im Alltag eröffnen.

Der Anspruch der diesem Buch zugrunde liegenden gestaltungsorientierten Mediendidaktik geht deswegen über das Lernen mit Medien im engeren Sinne hinaus: Es geht ihr um neue Wege eines anderen und besseren Lernens und um einen Beitrag zur Lösung von Bildungsanliegen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Das „E“ beim E-Lear­ning verliert dabei an Bedeutung: Es geht um Lernangebote, die die vielfältigen Möglichkeiten der Medien nutzen, um nachhaltig Lernerfolge zu erzielen. Die gestaltungsorientierte Mediendidaktik, wie sie bereits in der 1. Auflage des Buches ausgearbeitet wurde, greift die Bandbreite der Optionen auf, die sich heute durch Medien eröffnen, um neue Lernformen – innerhalb wie auch außerhalb institutioneller Bildungskontexte – zu implementieren.

 

 

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